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Projekt "Die regionale Handlungsebene stärken 2019"

Die Region, verstanden als Raum zwischen Gemeinde und Landesebene (auch grenzüberschreitend), hat nicht zuletzt angesichts vielfältiger aktueller Herausforderungen als „Handlungsebene“ stetig an Bedeutung gewonnen. Grund dafür ist vor allem die Möglichkeit, Themen wie beispielsweise Mobilität, Daseinsvorsorge und Digitalisierung, aber auch Integration, Beschäftigung und Chancengleichheit auf jener räumlichen Ebene zu bearbeiten, die sich hinsichtlich Funktionalität, Kontext, Ressourcenausstattung, räumlicher Nähe und Lebenswelt am effektivsten erweist.

Eine aktive und zielgerichtete Gestaltung bzw. Steuerung regionalen Handelns („regional Governance“) ist aber voraussetzungsvoll und bedarf guter Rahmenbedingungen, die regelmäßig zum Thema gemacht werden sollten.

Die ÖROK-STELLVERTRETERKOMMISSION hat die Durchführung des Projekts „Die regionale Handlungsebene stärken 2019“ als Teil des ÖROK-Arbeitsprogramms beschlossen. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) ist gemeinsam mit dem Amt der Steiermärkischen Landesregierung Leadpartner der Umsetzungsphase dieses Projekts.

Das Projekt soll an die Erkenntnisse der ÖREK-Partnerschaft 2013/2014 anschließen und aufbauen sowie einen besonderen Schwerpunkt auf Umsetzungsorientierung legen. Es ist ein Beitrag zur Umsetzung des „Masterplans Ländlicher Raum“ und baut auf den Ergebnissen insbesondere der ÖREK-Partnerschaften „Stärkung der regionalen Handlungsebene“, „Kooperationsplattform Stadtregion“ und „Regionen mit Bevölkerungsrückgang“ auf.

In unterschiedlichen Formaten, bei denen auch eine breite Beteiligung unterschiedlicher Stakeholder möglich ist, soll an folgenden Zielen gearbeitet werden:

  • Wissen über Funktionalität und Erfolgsfaktoren der regionalen Handlungsebene aktualisieren;
  • Gemeinsames Verständnis unter den Projektpartnern erarbeiten, was die regionale Handlungsebene kann und was sie für ihre Wirksamkeit braucht;
  • Inputs für die Programmierungen der EU-Fonds-Programme 2021-2027 erstellen sowie Vorschläge für eine verbesserte Abstimmung aufeinander zu Gunsten einer erhöhten Wirkung auf die regionalen Handlungsebenen formulieren;
  • Erstellung einer längerfristigen Roadmap (Zeithorizont 2030) für eine mögliche österreichische Kooperationsstrategie zur Stärkung der regionalen Handlungsebene;
  • Konzeptionierung einer möglichen „Österreich-Plattform regionale (inklusive stadtregionale) Handlungsebene“ als zukünftiger Multi-Level-Kooperationsrahmen.

Leadpartner seitens der ÖROK-Mitglieder sind das BMLRT, Abteilung VII/5 (Koordination Regionalpolitik und Raumordnung) sowie das Land Steiermark, Abteilung 17 (Landes- und Regionalentwicklung). Die fachliche Begleitung erfolgt durch ein Konsortium der Firmen ÖAR GmbH und Rosinak & Partner, das Projekt wird im Juni 2020 abgeschlossen sein.

Ansprechpersonen: Michael Fischer, ÖAR GmbH (fischer[at]oear.at), Andreas Maier, ÖROK-Geschäftsstelle (maier[at]oerok.gv.at).

Wesentliches Elemente der Bearbeitung sind interaktive Formate mit den für die regionale Handlungsebene relevanten AkteurInnen. Bislang fanden dazu zwei regionale Veranstaltungen statt, die hier dokumentiert sind:

Stand der Umsetzung in den Arbeitspaketen

Wissen über Funktionalität und Erfolgsfaktoren der regionalen Handlungsebene aktualisieren: In der ersten Projektphase wurden durch das ExpertInnenteam Erhebungen zu regionalen Handlungsebenen in allen Bundesländern durchgeführt. Diese umfassen relevante AkteurInnen und deren Aufgabenbereiche, maßgebliche Änderungen in den Strukturen seit 2015, Herausforderungen und auch Erfolgsfaktoren. Neben einer eher strukturellen/ governancezentrierten Betrachtung wurde auch ein thematischer Fokus auf „Standortentwicklung“ sowie „Klima/Mobilität“ gelegt indem versucht wurde zu beschreiben, welche Funktion die regionale Handlungsebene jeweils einnimmt. Die Schwerpunktveranstaltung „Strukturenwerkstatt“ im September im Schloss Seggau (ST) widmete sich gezielt der Präsentation und Diskussion von Strukturen und Organisation. Nun liegt ein Materialienband mit allen Ergebnissen nach Bundesländern vor, der auch jeweils ein Systembild mit den wesentlichen AkteurInnen und deren Verknüpfungen beinhaltet.

 

Gemeinsames Verständnis unter den Projektpartnern erarbeiten, was die regionale Handlungsebene kann und was sie für ihre Wirksamkeit braucht: Die bisherige Arbeit im Projekt hat gezeigt, dass zusätzlich zur Vielzahl und Diversität regionaler Handlungsebenen auch unter den AkteurInnen auf allen Ebenen vielfältige Sichtweisen, Diagnosen und Pläne zur regionalen Handlungsebene bestehen. Umso wichtiger war es, einen Prozessschritt vorzusehen, der diese individuellen „Bilder“ offenlegt und besprechbar macht. So wurden Erkenntnisse aus der Bestandsaufnahme und die Diskussion in den unterschiedlichen Formaten (v.a. Werkstätten und Workshops der Projektarbeitsgruppe) durch das ExpertInnenteam in Textform gebracht. Aspekte der Bedeutung, Steuerung, Organisation der regionalen Handlungsebene sind dort ebenso enthalten wie auch Ansätze zur deren Weiterentwicklung. Dieses Dokument wird derzeit intern abgestimmt.

 

Inputs für die Programmierungen der EU-Fonds-Programme 2021-2027 erstellen sowie Vorschläge für eine verbesserte Abstimmung aufeinander zu Gunsten einer erhöhten Wirkung auf die regionalen Handlungsebenen formulieren: Die EU-Fonds sind zwar nicht die einzigen, aber dennoch wesentliche Ressourcen für die Arbeit der regionalen Handlungsebene. Daher wurden für die Programmplanung von EFRE, ELER und ESF 2021-2027 Impulse erarbeitet mit dem Ziel, die regionale Handlungsebene in ihrer Rolle zu stärken. Die Schwerpunktveranstaltung „Programmwerkstatt“ im Oktober in Pfons (T) lieferte dazu wichtige Anregungen, ebenso der Workshop im Rahmen des Stadtregionstags 2019 sowie die Veranstaltung von Netzwerk Zukunftsraum Land zum Thema „interkommunale Kooperationen“ im November 2019. Die formulierten Impulse wurden in zahlreichen Gesprächen und Workshops mit Programmverantwortlichen der Fonds eingebracht und diskutiert.

 

Konzeptionierung einer möglichen „Österreich-Plattform regionale (inklusive stadtregionale) Handlungsebene“ als zukünftiger Multi-Level-Kooperationsrahmen und Erstellung einer längerfristigen Roadmap (Zeithorizont 2030) für eine mögliche österreichische Kooperationsstrategie zur Stärkung der regionalen Handlungsebene: Aktuell liegen mehrere Optionen für die Umsetzung einer Österreich-Plattform vor. Diese Optionen beschreiben mögliche Aufgaben, Themen, Umsetzungsformate und Organisationsmodelle. In den kommenden Wochen wird eine Realisierung ausgelotet.