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ÖREK-Partnerschaft "Stärkung der Orts- und Stadtkerne"

Hintergrund & Rahmen:
Verschiedenste räumlich-strukturelle Entwicklungen außerhalb von Orts- und Stadtkernen (Einkaufszentren, Wohnsiedlungen, etc.) haben zur Folge, dass diese ihre ursprüngliche Aufgabe als räumliches, gesellschaftliches und soziales Zentrum verlieren. Ziel einer „integrierten“ Raum- bzw. Stadtentwicklungsplanung ist es daher, die Innenentwicklung zu fördern und auch auf die Multifunktionalität von Orts- und Stadtkernen Bedacht zu nehmen. In diesem Sinne bildet der Erhalt der Wohnfunktion, einer funktionierenden Wirtschaft (insbesondere der Nahversorgung) und der historischen Bausubstanz einen wesentlichen Aspekt  für die Lebensqualität der BewohnerInnen.

Im Frühjahr 2017 wurde daher die ÖREK-Partnerschaft „Stärkung der Orts- und Stadtkerne“ eingerichtet. Unter der Federführung des Bundeskanzleramtes, Abt. II/4 Denkmalschutz und des Landes Salzburg, Referat 10/05 Raumplanung wurden in der rund zweijährigen Kooperation umsetzungsorientierte Maßnahmen für Bund, Länder, Städte und Gemeinden erörtert, mit denen die Wirksamkeit von raumordnerischen und rechtlichen Instrumenten zur Belebung der Innenstädte und Ortskerne verbessert werden kann.

Abschlussveranstaltung der Partnerschaft und Vorstellung der Ergebnisse:
Am 18. September 2019 fand in Trofaiach (Steiermark) die öffentliche Abschlussveranstaltung der Partnerschaft statt. Im Vordergrund standen dabei die Vorstellung der Empfehlungen und Ergebnisse, ausgewählte Fachimpulse sowie das Kennenlernen lokaler Praxis- und Umsetzungsbeispiele. Nähere Informationen zum Veranstaltungsprogramm finden Sie HIER.

Finale Ergebnisse der ÖREK-Partnerschaft:
Zehn Fachempfehlungen zur Stärkung der Orts- und Stadtkerne in Österreich
bilden das zentrale Ergebnis dieser ÖREK-Partnerschaft. Die Empfehlungen wurden im Herbst 2019 in einem Materialienband als Nr. 205 der ÖROK-Schriftenreihe veröffentlicht.

Zum Download:

ÖROK-Schriftenreihe 205, Materialienband - Gesamtfassung

Studie ,„Maßnahmen zur Stärkung von Orts- und Stadtkernen auf Bundesebene“ von Univ.-Prof. Verena Madner unter Mitarbeit von Lisa-Maria Grob (WU Wien)

Studie "Stärkung der Orts- und Stadtkerne in den Landesmaterien" von Univ.-Prof. Arthur Kanonier (TU Wien)

Fachempfehlungen zur Stärkung der Orts- und Stadtkerne in Österreich

Die 10 Empfehlungen im Überblick:

 

Raumbezug:

Orts- und Stadtkerne im gesamten Bundesgebiet. Dies beinhaltet Ortskerne kleiner Gemeinden, wie beispielsweise den Dorfplatz, Ortskerne von Marktgemeinden, Städte mit einem historischen Ortskern und auch (historische) Stadt(teil)zentren von Landeshauptstädten.

Bezug zum ÖREK 2011:

  • Gesamtes Handlungsfeld 3.3 „Nachhaltige Siedlungs- und Freiraumentwicklung“,
    insbesondere Aufgabenbereich 3.3.1 „Flächensparen und Flächenmanagement implementieren“
  • Handlungsfeld 3.4 „Nachhaltige Mobilität“, insbesondere Aufgabenbereich 3.4.1 „Ausbau intermodaler Schnittstellen intensivieren“
  • Handlungsfeld 4.1 „Regionale Planungsebene stärken“

Möglicher Bezug zu den Subzielen des UN-Nachhaltigkeitsziels 11 "Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten":

  • 11.3: Bis 2030 die Verstädterung inklusiver und nachhaltiger gestalten und die Kapazitäten für eine partizipatorische, integrierte und nachhaltige Siedlungsplanung und Siedlungssteuerung in allen Ländern verstärken.
  • 11.4: Die Anstrengungen zum Schutz und zur Wahrung des Weltkultur- und -naturerbes verstärken.
  • 11.7: Bis 2030 den allgemeinen Zugang zu sicheren, inklusiven und zugänglichen Grünflächen und öffentlichen Räumen gewährleisten, insbesondere für Frauen und Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen.
  • 11.a.: Durch eine verstärkte nationale und regionale Entwicklungsplanung positive wirtschaftliche, soziale und ökologische Verbindungen zwischen städtischen, stadtnahen und ländlichen Gebieten unterstützen.

Akteure der ÖREK-Partnerschaft:

  • Land Salzburg, Raumplanung – Federführender Partner
    (Operative Begleitung durch das SIR – Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen)
  • Bundeskanzleramt, Abteilung II/4 Denkmalschutz – Federführender Partner
  • Land Burgenland
  • Land Kärnten   
  • Land Niederösterreich
  • Land Oberösterreich
  • Land Tirol
  • Land Steiermark
  • Land Vorarlberg
  • Stadt Wien, MA 18
  • Österreichischer Gemeindebund
  • Österreichischer Städtebund
  • BMLFUW
  • BMVIT
  • BKA, Abteilung IV/4 Raumordnung und Regionalpolitik
  • ExpertInnen: Internationales Städteforum Graz (ISG), ÖAR Regionalberatung, TU Wien - örtliche Raumplanung

Arbeitsschwerpunkte:

  • Klärung zu Begriff "Orts- und Stadtkern" bzw. Methodik zur Orts- und Stadtkernabgrenzung unter Berücksichtigung eines multifunktionalen Ansatzes und Einbeziehung insbesondere von Wohnen, Handel, Verkehr sowie baukulturellem Erbe (Ergebnis: Arbeitspapier)
  • Zusammenschau und Formulierung von Eckpunkten zu legistischen Maßnahmen für die Ortskernförderung (Ergebnis: Positionspapier/Fachempfehlungen)
  • Öffentlichkeitsarbeit: Vernetzung und Bewusstseinsbildung, Bezug zum Beirat für Baukultur im Bundeskanzleramt
  • Ausarbeitung einer neuen ÖROK-Empfehlung zur Stärkung der Orts- und Stadtkerne

 Arbeitsweise & Vorgehen:

  • Bearbeitung der Themenfelder in Partnerschaftssitzungen/Workshops
  • (interner) Workshop zur Ortskernabgrenzung (Frühjahr 2017)
  • Kommunikation der Ergebnisse über Internet, Newsletter sowie in Form einer Broschüre
  • Veranstaltung zur Präsentation der Ergebnisse

Laufzeit: 2017 bis Frühjahr 2019

Ergänzende Informationen:

Österreichischer Städtebund, Landesgruppe Steiermark (2014): "Weißbuch Innenstadt - Chancen und Herausforderungen der Innenstadtbelebung für Klein- und Mittelstädte". Diese Studie untersucht Stadtzentren in der Steiermark und empfiehlt Maßnahmen zur Belebung der Zentren von Klein- und Mittelstädten.

 

Kontakt/Anfragen: bednar(at)oerok.gv.at bzw. felkel(at)oerok.gv.at

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