SearchMenü

Evaluierung der Umsetzung des IWB/EFRE-Programms

In Österreich wird im Bereich der EU-Regionalpolitik spätestens seit der Einrichtung der „Koordinations- und Arbeitsplattform Evaluierung“ („KAP-EVA“) bei der ÖROK- Geschäftsstelle für die Periode 2000-2006 die prozess- und dialogorientierte Herangehensweise bei Evaluierungen als treibende Kraft für die Hebung des Nutzens dieses Instruments erachtet. Evaluierung soll partizipativ gestaltet werden, womit dem Rollenverständnis des Evaluators als Experte und „Facilitator“ Rechnung getragen wird und eine aktive Mitwirkung der beteiligten Partnerschaft gefördert wird. Dies ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass Evaluierung zu keinem (wissenschaftlichen) Selbstzweck durchgeführt wird, sondern ein Instrument zur Verbesserung der Qualität und Hebung der Relevanz von Programmierung und Implementierung darstellt. In diesem Licht soll Evaluierung auch einen gemeinsamen Lernprozess und partnerschaftliche Reflexion ermöglichen.

Das Instrument „Evaluierung“ stellt ein entscheidendes Element zur strukturierten Bewertung des Fortschritts bei der Erreichung der Programmziele dar, welches durch Einspielung in das Programmmanagement sowie Partnerschaft mittels Lerneffekten zur Hebung der Qualität der Programmumsetzung beitragen soll. Evaluierung hat die Aufgabe, die Zielerreichung eines Programms zu überprüfen, Lehren aus der Umsetzung des OPs zu ziehen und Effizienz und Effektivität zu bewerten, um Verwaltung und Ergebnisse eines Programms zu verbessern. Augenmerk soll dabei auch auf Wirkungsevaluierungen gelegt werden, mit denen die Beiträge der Programme zu den Ergebnissen untersucht und bewertet werden.

Die Eckpunkte der Gestaltung der Bewertungen sind in einem vom Begleitausschuss beschlossenen Evaluierungsplan gemäß den Verordnungsvorgaben festgelegt. Im Plan wird ein Überblick über die geplanten Evaluierungen der Ziele der Prioritätsachsen gegeben, wobei der indikative Charakter zu betonen ist, da die Durchführung der Evaluierungen maßgeblich vom Fortschritt der Programmabwicklung abhängig ist.

Das von Richard Hummelbrunner, Markus Gruber und Simon Pohn-Weidinger erstellte Papier "Ergebnisorientierung in der EU - Programmperiode 2014-2020. Anforderungen und Herausforderungen für österreichische EFRE Programme. Beispiele für Interventionen" (Download als PDF-Datei) gibt einen Einblick in die Interventionslogik und mögliche Herangehensweisen an die Ergebnisorientierung in Österreich.

Für die Ergebnisorientierung wurden im Auftrag der Verwaltungsbehörde bei der ÖROK-Geschäftsstelle von JOANNEUM RESEARCH POLICIES Ausgangswerte für die Ergebnisindikatoren (sogenannte Baselines) für das IWB/EFRE-Programm erhoben. Es liegen Factsheets für Österreich insgesamt und die Bundesländer vor, die unter diesem Link abgerufen werden können.

Strategische Umweltprüfung (SUP)

Eng gekoppelt an den Erstellungsprozess wurde gemäß „Richtlinie 2001/42/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über die Prüfung der Umweltauswirkungen bestimmter Pläne und Programme“ vom 27. Juni 2001 (SUP-Richtlinie) eine Strategische Umweltprüfung (SUP) vorgenommen. Die  SUP wurde (wie auch die Ex-ante-Evaluierung) von der JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH (POLICIES - Zentrum für Wirtschafts- und Innovationsforschung) durchgeführt.

Die SUP-Richtlinie sieht gemäß Artikel 6 eine Konsultation der Öffentlichkeit vor. Dieses öffentliche Konsultationsverfahren ist am 7. Februar 2014 eingeleitet worden. Dabei standen als Dokumente der SUP-Umweltbericht vom Februar 2014 und die OP-Entwurfsfassung 2.0 vom 5. Februar 2014 zur Einsicht zur Verfügung. Stellungnahmen zum Umweltbericht konnten bis zum 12. März 2014 eingebracht werden.

Nach Ablauf des öffentlichen Konsultationsverfahrens wurden die eingelangten Stellungnahmen geprüft und nach Möglichkeit für die Finalisierung der Dokumente berücksichtigt. Dies wurde entsprechend dokumentiert und das Ergebnis der SUP ist im Download-Center auf www.efre.gv.at abrufbar: Zusammenfassende Erklärung gemäß Artikel 9 der SUP-Richtlinie, Umweltbericht (final)

Ex-ante Evaluierung (EaE)

Die Formulierung des Programmes erfordert ein vernetztes Zusammenspiel mehrerer Beteiligter mit unterschiedlichen Aufgaben, Kompetenzen und Interessen. Dies spiegelt sich auch bei der Gestaltung der Ex-ante-Evaluierung wider, insbesondere wird eine konstruktive Auseinandersetzung an Hand der unterschiedlichen Sichtweisen der Beteiligten angestrebt. Die Ex-ante-Evaluierung soll nicht nur in einen Bewertungsbericht münden, sondern auch Lernprozesse bei den an der Formulierung des Programmes unmittelbar Beteiligten unterstützen. Sie soll die Fähigkeiten der Beteiligten steigern sowie Hilfestellung geben, die Tragweite, die Einbettung und Kohärenz sowie potenzielle Implikationen zu erfassen und allfällige Probleme zu erkennen bzw. zu lösen.

Die Ex-ante-Evaluierung gemäß Art. 55 der Dachverordnung wurde von der Joanneum Research GmbH (POLICIES – Zentrum für Wirtschafts- und Innovationsforschung) durchgeführt, wobei zusätzlich das European Policies Research Centre (EPRC) der University of Strathclyde, Glasgow seine europäische Perspektive eingebracht hat.

Im Zuge der Ex-ante-Evaluierung fand ein interner diskursiver Austausch zwischen den programmverantwortlichen Stellen und den ExpertInnen von JR/POLICIES (EvaluatorInnen) und convelop (OP-Erstellung) statt, der Endbericht wird abschließend öffentlich gemacht werden.

Beide Teile – SUP sowie Ex-ante-Evaluierung – wurden zeitlich so getaktet, dass sie mit der Einreichung des Operationellen Programms (Mitte April 2014) korrelieren. Im Zuge der Überarbeitung des OP in Berücksichtigung der formalen Anmerkungen der EK im Laufe des zweiten Halbjahres 2014 wurden sowohl die SUP als auch die EaE vor dem Hintergrund der geänderten Programmstruktur überprüft und aktualisiert. Der Endbericht zur Ex-ante-Evaluierung ist in der finalen Fassung vom November 2014 im Download-Center auf www.efre.gv.at abrufbar.

Begleitende Evaluierung

Die Durchführung der begleitenden Evaluierung des IWB/EFRE-Programms 2014-2020 ab dem Jahr 2018 wird im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung im Jahr 2017 vergeben.

Der Auftrag setzt sich einerseits aus einer inhaltlichen Komponente sowie andererseits aus der Prozessgestaltung zusammen. Die inhaltliche Komponente umfasst die Durchführung von Evaluierungen je Prioritätsachse, weitere thematische Evaluierungen sowie die Erstellung von analytischen Elementen für die Programmbegleitung und das Berichtswesen.Die Prozessgestaltung beinhaltet die Detailkonzeptionierungen sowie die Gestaltung und Durchführung der partnerschaftlichen Abstimmungen der oben genannten inhaltlichen Elemente.

nach oben