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Raumordnung und Naturgefahren

Ein Schwerpunkt des ÖROK-Arbeitsprogrammes in den Jahren 2003 bis 2005 war - neben der Umsetzung des „Österreichischen Raumentwicklungskonzeptes (ÖREK) 2001“ - auch der Bereich „Raumordnung und Naturgefahren“.

Das Projekt wurde von der Arbeitsgruppe „Raumordnung und Naturgefahren“, einer eigenen Arbeitsgruppe des Ständigen Unterausschusses, begleitet. In der Startphase des Projekts wurden insbesondere die folgenden Ansatzpunkte für die Projektbearbeitung definiert:

  • Umsetzung in der Raumordnung,
  • Erfahrungsaustausch,
  • verstärkter Kooperationsbedarf,
  • Gefahrenprävention und Freiflächensicherung,
  • Vertiefung der bundesländerweiten Arbeiten,
  • Abstimmung der Ergebnisse der Bundesländeraktivitäten,
  • Plattform ÖROK zur Zusammenführung der unterschiedlichsten Akteure.

Ein wesentlicher Ansatzpunkt zu Beginn des Projektes war auch die Überarbeitung der ÖROK-Empfehlung Nr. 20 „Empfehlungen zur besseren Berücksichtigung von Naturgefahren in der Raumordnung“. In einem ersten Schritt wurde diese daher auf Aktualität geprüft. Zur Feststellung des Überarbeitungsbedarfs erfolgte zunächst eine Umfrage an die Mitglieder des Ständigen Unterausschusses. Darauf aufbauend wurde eine Zusammenfassung zum Überarbeitungsbedarf erstellt, welche als Grundlage für die späteren Arbeiten herangezogen wurde.

Im Rahmen des Projekts wurden auch Workshops zum Thema “Raumordnung und Naturgefahren“ gemeinsam mit dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft veranstaltet.

Auf Grundlage der Ergebnisse des ersten Workshops in Waidhofen/Ybbs wurde die Studie „Naturgefahren im österreichischen Raumordungsrecht“ (von Dr. Arthur Kanonier) erstellt. Diese Expertise umfasst eine Übersicht hinsichtlich der raumordnungsrechtlichen Regelungen für Naturgefahren in den Bundesländern.

Aufbauend auf den Ergebnissen dieser Kurzexpertise wurde von einem Bearbeitungsteam des Österreichischen Instituts für Raumplanung und der Regional Consulting Ziviltechniker GmbH die Expertise „Präventive Raumordnung gegen Folgeschäden aus Naturkatastrophen – PROFAN“ erstellt. Dabei wurden die auf Basis der bestehenden Rechtssituation erforderlichen Planungs- und Abstimmungsprozesse der Fachbereiche Raumordnung, Schutzwasserwirtschaft sowie Wildbach- und Lawinenverbauung untersucht und Empfehlungen im Hinblick auf eine bestmögliche Nutzung des Lebensraumes, eine Verringerung des Schadenpotenzials sowie vorausschauende Planungsmaßnahmen formuliert. Die Bearbeitung der Studie PROFAN erfolgte im Rahmen eines kommunikativen Prozesses, in enger Abstimmung mit der Arbeitsgruppe „Raumordnung und Naturgefahren“ sowie dem Ständigen Unterausschuss der ÖROK.

Zentraler Inhalt des Projekts war die Erstellung der „ÖROK-Empfehlung Nr. 52 zum präventiven Umgang mit Naturgefahren in der Raumordnung“, welche auf Grundlage der Ergebnisse der beiden Expertisen und der weiteren Ergebnisse aus den bisherigen Arbeiten zum ÖROK-Projekt im Jahr 2004 ausgearbeitet wurde. Die Beschlussfassung der Empfehlung erfolgte im Herbst 2004 durch die Stellvertreterkommission und in weiterer Folge im Jänner 2005 durch die politische Konferenz der ÖROK. Mit der Annahme der neuen ÖROK-Empfehlung am 21. Jänner 2005 wurden die Arbeiten zum ÖROK-Sonderprojekt „Raumordnung und Naturgefahren“ abgeschlossen.

Die neue Empfehlung Nr. 52 ist um einen Materialienband ergänzt worden, in welchem auch die beiden zuvor genannten Expertisen sowie - aufgrund der thematischen Nähe - die vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft beauftragte und von Dr. Arthur Kanonier erstellte Studie „Naturgefahren im österreichischen Baurecht“ zusammengefasst sind. Damit sollen die der Empfehlung zu Grunde liegenden Arbeiten der Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der Materialienband wurde als ÖROK-Schriftenreihe Nr. 168 im März 2005 veröffentlicht.

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