Städte, Regionen, Ländlicher Raum
Europäische Programme und Politik
Bilanz der Kohäsionspolitik 2000-2006: 1,4 Millionen neue Arbeitsplätze für Europa
123 Mrd. Euro wurden im Zeitraum 2000-2006 durch den Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Europas Regionen investiert. Ein aktueller Bericht, veröffentlicht von der EU-Kommission, fasst nun die wesentlichen Wirkungen zusammen. Im Bereich Wirtschaft und Arbeit verzeichnete der EFRE die Schaffung von 1,4 Millionen neuer Arbeitsplätze, ca. 50% davon in den am wenigsten entwickelten Regionen der EU (Ziel 1), die andere Hälfte in den stärker entwickelten Ziel 2-Regionen. Auch die Produktivität (gemessen am regionalen BIP) sowie die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung erfuhren durch die Investitionen in den Ziel 1-Regionen eine Steigerung. Beim Verkehr bilanzierte der EFRE mit 2000 km Autobahnen, 4000 km Schienenverbindungen und 100 000 km Straße. Mehr als 25 Mrd. Euro wurden in Umweltmaßnahmen umgesetzt, was Regionen half, ihre Umweltstandards an das EU-Umweltrecht anzupassen.
Der zusammenfassende Bericht ist unter folgendem Link verfügbar:
http://ec.europa.eu/regional_policy/sources/docgener/evaluation/
expost_reaction_en.htm#
Die ländliche Entwicklung nach 2013: Österreichische Beiträge zur öffentlichen Konsultation
Dacian Ciolos, der EU-Kommissar für Agrarpolitik und ländliche Entwicklung, hat Mitte April zu einer öffentlichen Debatte über die Zukunft der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) aufgerufen. Im Rahmen dieser Initiative wurden die nationalen Vernetzungsstellen für die ländliche Entwicklung in allen 27 Mitgliedsstaaten aufgefordert, Stellungnahmen zur zukünftigen Ausrichtung der Politik für die ländliche Entwicklung (2. Säule der GAP) von AkteurInnen und Organisationen der ländlichen Entwicklung einzuholen.
Eine Zusammenfassung der Beiträge, die von österreichischer Seite eingelangt sind, kann unter folgendem Link auf der Seite des österreichischen Netzwerks für ländliche Entwicklung (Netzwerk Land) eingesehen werden:
Konsultation zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in Europa
Seit 2006 besteht der “Europäische Verbund für territoriale Zusammenarbeit”, ein Instrument der EU, das grenzüberschreitende Kooperation fördern und unterstützen soll. In naher Zukunft ist ein Bericht über die Wirkung dieses Instruments geplant. Eine derzeit laufende Konsultation soll zusätzliche Erkenntnisse aus Sicht der Mitgliedsstaaten zu bewährten Verfahren, bisher gezogenen Lehren und rechtlichen Fragen bringen. Der Fragebogen zur Konsultation ist auf der Webseite des Ausschusses der Regionen zu finden. Deadline für die Einreichung von Beiträgen ist der 20. Juli.
http://portal.cor.europa.eu/egtc/en-US/Pages/Consultation.aspx
Kohäsionspolitik 2007-2013: Erster Bericht zur Erreichung der Wachstums- und Beschäftigungsziele
Basierend auf 27 Länderberichten hat die GD Regionalpolitik nun einen Bericht veröffentlicht, wie weit die einzelnen Mitgliedsstaaten bereits die EU-Ziele für Wachstum und Beschäftigung umsetzen konnten. Ein neues Beobachtungsinstrument ermöglicht Aussagen darüber, in welchen Investitionsbereichen zusätzliche Aktivitäten zur Beschleunigung von Projektauswahl und -genehmigung notwendig sind. Insgesamt wurden bereits 27% der Fördermittel (93 Mrd. Euro) aus den Kohäsionsprogrammen ESF, EFRE und Kohäsionsfonds investiert. Der Bericht zeigt dabei Fortschritte in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Innovation, Lebenslanges Lernen sowie Arbeitsmarktpolitik. Nachholbedarf besteht jedoch im Eisenbahnsektor, der digitalen Wirtschaft, bei der Förderung der sozialen Integration sowie bei Energie- und Umweltinvestitionen. Die Länderberichte zeigten, dass die Wirtschaftskrise ein wesentlicher Grund für die Schwierigkeiten in der Zielerreichung war. Der vollständige Strategiebericht kann unter folgendem Link abgerufen werden:
http://ec.europa.eu/regional_policy/policy/reporting/index_en.htm
Veranstaltungen
European Cluster Conference 2010, 29.9.-1.10. 2010, Brüssel
Für die künftige Entwicklung wettbewerbsfähiger Dienstleistungen und Industrieprodukte in der EU stellen hochwertige Cluster einen zentralen Erfolgsfaktor dar. Die Europäische Clusterkonferenz möchte in diesem Zusammenhang die notwendigen politischen Rahmenbedingungen diskutieren, die die Bildung von Clustern begünstigen können. Neben der Präsentation von Empfehlungen der European Cluster Policy Group und runden Tischen gibt es auch einen Tag der ClustermanagerInnen. In diesem Forum soll die Professionalisierung dieser speziellen Managementtätigkeit diskutiert werden.
http://www.proinno-europe.eu/clusterconference2010/
Sommerseminar: Management of EU-funded projects – European Requirements & Financial Management. 30.-31.8. 2010, Berlin
Dieses Seminar, veranstaltet von der Europäischen Akademie, vermittelt Projektmanagementwissen mit dem Fokus auf EU-Förderungen. Die TeilnehmerInnen lernen die Planung und Implementierung von Projektvorhaben entsprechend den Vorgaben der EU-Fonds und erhalten Informationen zu den Rechten und Pflichten von (Lead-)Partnern in transnationalen Kooperationsprojekten. Das Einbringen eigener Projektideen zur gemeinsamen Diskussion ist ausdrücklich erwünscht. Zielgruppe sind ProjektmanagerInnen aus den Bereichen INTERREG, Infrastruktur, transnationale Kooperation, Soziales und Bildung sowie Forschung.
Publikationen und Websites
Projektreport: Joining Forces – Governance in Stadtregionen
2008 starteten acht Partnerstädte im Rahmen von URBACT ein Vorhaben mit dem Ziel, die Wirkung von Strategieentwicklung und Governance-Arrangements auf Wettbewerbsfähigkeit, Zusammenhalt und Nachhaltigkeit zu überprüfen. Joining Forces beschrieb und analysierte dabei die spezifischen Situationen und Rahmenbedingungen der Partnerstädte, um Schlussfolgerungen und brauchbare Vorschläge für die lokale, regionale, nationale und europäische Ebene entwickeln zu können. Nun liegt der Endbericht vor, der unter folgender Web-Adresse abrufbar ist:
Regionale Innovationspolitik im Fokus
In der Ausgabe 2/2010 von „Regional Focus“, einer Publikation der GD Regionalpolitik, wurden 14 Regionen in ganz Europa untersucht, um herauszufinden, wie Verwaltungsbehörden, wichtige regionale InteressenvertreterInnen und ExpertInnen regionale Innovationspolitik betreiben bzw. unterstützen. Die verschiedenen Ansätze, auf die sich die Fallstudien stützen, zeigen, dass sich europäische Strukturfonds und nationale/regionale Fonds für Innovation zwar ergänzen, es aber auch noch Potenzial gibt, um die Mittel aus den Strukturfonds wirksamer im Bereich der regionalen Innovation einzusetzen.
http://ec.europa.eu/regional_policy/sources/docgener/focus/
2010_02_innovation_governance.pdf
Der Lissabon-Index für Regionalentwicklung
Die Generaldirektion Regionalpolitik der Europäischen Kommission (GD Regio) hat eine Reihe von Kurzdarstellungen über regionale Forschung und regionale Indikatoren herausgegeben. In diesem Papier wird ein Indikator beschrieben, der so genannte Lissabon-Index, mit dem gemessen wird, wie nah eine EU-Region im Jahr 2010 den Hauptzielen in den Bereichen Beschäftigung, Bildung sowie Forschung und Entwicklung gekommen ist, die in der Lissabon-Strategie der EU festgelegt wurden. Zwei Landkarten machen Unterschiede regionaler Leistungsfähigkeit in Europa deutlich, indem sie eine Momentaufnahme der Situation im Jahr 2007 zeichnen und die im Zeitraum 2000-2007 erzielten Fortschritte aufzeigen.
http://ec.europa.eu/regional_policy/sources/docgener/focus/
2010_03_lisbon_index.pdf
Lebensqualität in Europas Städten – ein disperses Bild
75 große EU-Städte standen im Mittelpunkt einer aktuellen Eurobarometer-Umfrage zum Thema Lebensqualität. Für Österreich wurden Wien und Graz untersucht. Die Bandbreite der abgefragten Themen reichte von Gesundheitsdienstleistungen über Arbeit und Wohnraum bis hin zu Zuwanderung und Integration. Trotz der starken Streuung der Werte zeigten sich EU-weit einige Tendenzen. Beispielsweise waren in nur 6 Städten mehr als 50% der Befragen der Meinung, es sei einfach, eine gute Arbeitsstelle zu finden. Zwei Drittel gaben an, nur schwer erschwinglichen Wohnraum zu finden. Der vollständige Bericht kann unter folgendem Link abgerufen werden:
http://ec.europa.eu/regional_policy/sources/docgener/studies/pdf/urban/
survey2009_de.pdf
Regionen für den wirtschaftlichen Wandel: ExpertInnenbeiträge zum Downloaden
Diese Veranstaltung bot den TeilnehmerInnen die Möglichkeit, an politischen Diskussionen und Präsentationen von Beispielen guter Praxis zu verschiedenen Instrumenten der Kohäsionspolitik teilzunehmen. Modul 1, „Cooperation for Sustainable Growth“, umfasste Workshops zu INTERREG IVC, URBACT und INTERACT & ESPON. Am Nachmittag des ersten Tages erfolgte im Modul 2 eine politische Diskussion zu IKT, Klimawandel und zur Zukunft der europäischen Regionalpolitik bis 2020. Anschließend wurden die RegioStars Awards 2010 für innovative Projekte aus der Regionalentwicklung verliehen. Zu allen Themen stehen umfangreiche Downloads auf der Veranstaltungsseite zur Verfügung.
http://ec.europa.eu/regional_policy/conferences/sustainable-growth/programme_en.cfm?nmenu=4
ESPON Infodays: Infos zu Projekteinreichungen online
Am 18. Mai 2010 konnten sich potenzielle ProjektträgerInnen in Brüssel über den neuen Aufruf für Projekteinreichungen im ESPON-Programm informieren. Alle Materialien sind auf folgender Website online:


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