Projektcharakteristika
Das Ziel des INTERREG IV C Programms, die Wirksamkeit der regionalen Entwicklungsstrategien zu verbessern, soll einerseits durch Generierung neuen Wissens und andererseits durch gezielte Verbreitung bereits existierenden Wissens erreicht werden. Es handelt sich hier um zwei Herangehensweisen die sich auch in den Projekttypen widerspiegeln. Das Programm fördert Regionale Initiativprojekte und Kapitalisierungsprojekte.
Für beide Projekttypen gilt die Mindestvoraussetzung von drei Partnern aus drei verschiedenen Ländern wobei 2 dieser Partner aus EU Mitgliedsstaaten stammen müssen.
Regionale Initiativprojekte
Regionale Initiativprojekte (Regional Initiative Projects) sind Projekte wie sie auch schon in INTERREG III C gefördert wurden. Hier handelt es sich um Kooperationsprojekte zur Förderung des Erfahrungsaustausches und zur Entwicklung neuer Methoden und Praktiken (Best Practice).
Wie eng die Zusammenarbeit in diesen Kooperationsnetzwerken sein soll ist nicht näher definiert. Den Projekten bleibt es also überlassen, Kooperationen mit niedriger Intensität (zum Beispiel zum reinen Erfahrungsaustausch) oder sehr intensive Kooperationen (zum Beispiel zur Entwicklung neuer Verfahren) einzugehen.
Die von INTERREG III C bekannten „Regional Framework Operations“ gibt es als eignen Projekttyp in INTERREG IV C nicht mehr. Die Förderung kleinerer Subprojekte innerhalb der Rahmenbedingungen eines Projektes ist aber immer noch möglich. Es gehen vom Programm also keine Einschränkungen bezüglich der Art der Kooperation aus; alle Formen der Zusammenarbeit sind ohne weitere Formalunterscheidungen möglich.
Kapitalisierungsprojekte
Während beim Projekttyp “Regional Initiative Projects” die Wissensgenerierung im Vordergrund steht, zielen die “Capitalisation” und “Fast Track” Projekte auf die Wissensverbreitung ab.
Kapitalisierungsprojekte (Capitalisation Projects)
Hier steht die Sammlung, Analyse und Verbreitung von bewährten Praktiken und Methoden, auch als „Best Practice“ bezeichnet, im Vordergrund. Wissen soll transferiert und seine Anwendung damit gefördert werden, immer mit dem Ziel, die regionalen Entwicklungsstrategien und die regionalen Strukturfondsprogramme damit zu verbessern.
Partnerschaften in einem Capitalisation Projekt bestehen aus Regionen mit unterschiedlichem Erfahrungsschatz in einem Themenbereich. Regionen, die interessiert sind Wissensverbreitungsaktivitäten durchzuführen weisen nicht nur Know How, gute Ergebnisse und übertragbare Ansätze im betreffenden Themenbereich auf, sondern verfügen auch über Managementkompetenzen um dieses Wissen weiter zu vermitteln.
Schnellspurprojekte (Fast Track Projekte)
Aus den genehmigten Capitalisation-Projekten kann die Europäische Kommission einzelne Projekte für Unterstützungsleistungen und Erfahrungen in bestimmten Themenbereichen auswählen. Diese Projekte werden als „Fast Track Projects“ bezeichnet und sind, gemeinsam mit den Fast Track Projekten des Programms URBACT II, Kern zu der Kommissionsinitiative „Regions for Economic Change“. Bei „Fast Track“ Projekten geht es um den gezielten Transfer eines bewährten Verfahrens in der Regionalpolitik in eine oder mehrere andere Regionen. Das Ergebnis eines Fast Track Projektes, welches von der Europäischen Kommission aktiv begleitet und in ihrer Implementierung unterstützt wird, ist ein detaillierter Aktionsplan für die teilnehmenden Regionen.
Qualitätskriterien für Projekte
- Das Projekt behandelt ein Thema, das von seiner Ausrichtung (Erfahrungsaustausch auf interregionaler Ebene) und von seinen thematischen Schwerpunkten (Prioritäten des Programms und Ziele von Lissabon und Göteborg) in das Programm INTERREG IVC passt.
- Das Ziel, die definierten Ergebnisse und der Arbeitsplan des Projektes sind klar definiert und aussagekräftig. Die Ziele können mit dem gewählten Ansatz erreicht werden.
- Das Projekt ist ergebnisorientiert und erzielt klar definierte, innovative, sichtbare und messbare Ergebnisse, die einen klaren Mehrwert zu bereits vorhandenen Projektergebnissen aufweisen. Zur Verbreitung der Projektergebnisse führt das Projekt ausreichende Informations- und Öffentlichkeitsarbeiten durch.
- Das Projekt hat klare Management- und Finanzstrukturen. Der Leadpartner kann Erfahrung im Projektmanagement aufweisen und auch die Projektpartner haben Erfahrungen in zumindest ähnlichen Programmen.
- Die Projektpartnerschaft umfasst alle für die Umsetzung der Projektziele relevanten Akteure und ist geographisch ausgewogen. Das behandelte Thema betrifft alle am Projekt beteiligten Regionen. Sind die Partner finanziell nicht ausgewogen am Projekt beteiligt, ist dies im Projektantrag begründet.
- Die Ressourcen im Projekt sind effizient eingesetzt und das Projektbudget ist, gemessen an den Zielen und an der Größe der Partnerschaft, angemessen. Das Projektbudget ist nachvollziehbar dargestellt und aufgeteilt.



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